Satire-Letter 771 vom 13. August 2026

WIE EIN FRIEDRICH SICH SELBER AUSMERZT

I.
Wahrlich, wir leben in verrückten Zeiten, wo ein Verrückter das Weiße Haus zu Washington zu einem Madhouse mutiert hat, zu einer „loony bin“ (zu einer „Mülltonne für Bekloppte“, wie man diese englische Klapsmühlerei etwas freier übersetzen könnte). Auf der einen Seite (genauer: auf der anderen Seite des großes Teiches) haben wir es mit einem Zu-allem-Fähigen zu tun. Auf der hiesigen Seite, zumindest was die deutschen Gauen angeht, sitzen die Unfähigen in fast allen wichtigen Regierungsämtern. (Allerdings verkneife mir die Häme über das Trauer-Duo Bas/Klingbeil aus Gründen des mitleidigen Artenschutzes für die immer mehr vom Aussterben bedrohte sozialdemokratische Spezies.)

Mag auch die partielle Sonnenfinsternis bei uns überstanden sein, die totale Hirnfinsternis dauert an. Mag die Quote der Hitzetoten hierzulande alle Rekorde brechen, mögen die Flüsse zu staubigen Wüsten vertrocknen, mögen in ganz Europa Waldbrände wüten wie noch nie zuvor – nein, es gibt keine Klimakatastrophe und keine Erderwärmung. Denn gäbe es sie, müßte man ja irgendwann anfangen, etwas dagegen zu tun. Doch es fehlt an der Fähigkeit.

II.
Das Adjektiv „fähig“ ist vom alten germanischen Verb „fassen“ (früher „fahen“) abgeleitet. Später wurde daraus im übertragenen Sinn „etwas anpacken“ (an-fahen, an-fassen, an-fangen). Unfähigkeit ist also im Wortsinne eine Unfassbarkeit. Die uns derzeit höchstamtlich vorgesetzte Unfassbarkeit heißt Friedrich Merz, der irgendwie-regierende Luschen-Fritze. Als Kanzler eher ein Abkanzler: Das ihm untergebene Volk hat er immer wieder angekanzelt – als arbeitscheu, leistungsunwillig, krankschreiberisch, frührentengeil. Und nun kann er gar nicht verstehen, warum das bei den Wählern nicht so gut ankommt.

Selbst die von ihm irgendwie-geführte CDU fürchtet inzwischen seine Inkompetenz. Genauer: Man fürchtet um Posten und Mandate nach den baldigen und künftigen Wahlen. In einem Kommentar der letzten Woche hieß es: „Merz steht nach Protesten in seiner eigenen Partei das Wasser inzwischen bis zum Hals.“ Doch dann kam glücklicherweise die Botschaft vom Niedrigwasser, was Merzens Überflüssigkeit wieder etwas relativierte. Nun kann er weiterhin an der Erfüllung des Versprechens arbeiten, das er bei der Übernahme der Kanzlerschaft gegeben hat – nämlich die CDU bei Wahlen zu halbieren. Oder täuscht mich da meine Erinnerung?

So macht die alles-dominierende Unfähigkeit auch bei uns die Zu-Allem-Fähigen immer stärker, wenn nicht sogar mehrheits-fähig. Übrigens: Es sind noch dreieinhalb Wochen bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt.

III.
Apropos: Sahra  Wagenknechts immer schneller dahinwelkendes Eigengewächs BSW hofft in Sachsen-Anhalt auf eine letzte späte Blüte. Nach aktuellen Umfragen könnte sie dort möglicherweise mühsam ächzend die Fünf-Prozent-Hürde überhumpeln. Die örtlichen Wagenknechte nebst -innen haben schon angekündigt, gebenenfalls mit der AfD zu kooperieren.

Übrigens hat Björn Höcke, der thüringische AfD-Gauleiter, gerade Sahra Wagenknecht in einem Video aufgefordert, Ministerpräsidentin von Thüringen zu werden. „Ich reiche ihr die Hand“, verkündete der neo-nazionale Sahra-Fan. Sie hat inzwischen abgesagt, auch wenn ihr die schmeichelhafte Handreichung wahrscheinlich durchaus zugesagt hat. Doch Höcke bleibt seiner Angebeteten treu: „Sie ist eine Bahnbrecherin!“

Und damit hat Björn Höcke ausnahmsweise mal recht. Wenn ich inzwischen den Namen Sahra Wagenknecht höre, frage ich sofort: Wo ist der nächste Eimer? Da bricht sich alles bei mir Bahn.

Das wär’s für heute! Es grüßt Sie etwas vaterländisch erhitzt, aber dennoch herzlich und hirnlich

Und nochmal PS. Wenn Sie sich angucken wollen, wie Dieter Hallervorden meinen Text zur Wahl in Sachsen-Anhalt, den ich Ihnen schon vorgestellt habe, filmisch umgesetzt hat, hier ist der Link: https://my.hidrive.com/lnk/SkB5jfbEt