Satire-Letter Nr. 769 vom 25. Juli 2026


LIEBWERTESTE LESERIN!
HOCHGESCHÄTZTER LESER!


Wenn Sie bei dieser schmusigen Anrede den Verdacht haben sollten, dass der Buchholz was von Ihnen will, dann liegen Sie richtig. Dies ist ein Bettelbrief in eigener Sache. Ich habe nämlich gerade die englische Überarbeitung meines letzten Buches „Männer, Macht und Mythen“ ins Netz gestellt. Das Titelbild sehen Sie oben. Das Adam-und-Eva-Cartoon hat übrigens meine liebe Freundin Cleo-Petra Kurze mit hinterhältiger Äppelei gezeichnet. Danke nochmals, Cleo!

Was also will ich nun von Ihnen? Also: Es wäre ganz toll, wenn Sie bei Amazon (sorry, aber dort erreicht man nun mal die meisten möglichen Leser) das E-book herunterladen würden. Das kostet Sie: 3,50 €. Auch wenn Sie gar nicht Englisch sprechen oder lesen, bitte ich Sie, es dennoch zu tun. Es wäre auch eine Art freundlicher Vergeltung für den kostenlosen Versand meiner Satire-Letter, der für mich mit einigem finanziellem Aufwand verbunden ist.

Warum bitte ich Sie darum? Nun, je mehr Verkäufe es gibt, desto mehr rücken irgendwelche geheimnisvollen Algorithmen das Buch an die Spitze der Empfehlungen. Geben Sie bitte bei der Amazon-Suche den vollen Titel an: „These weird old stories of Woman and Man“ (und nicht meinen Namen; sonst landen Sie bei meinen früheren Büchern und bei verschiedenen anderen Autoren mit gleichem Namen).

Und wenn Sie zusätzlich mit deepl.com oder anderen kostenlosen Übersetzungsprogrammen eine kurze Rezension verfassen würden (viele von Ihnen kennen ja die deutsche Ausgabe), würde meine Dankbarkeit alle innerdeutschen Grenzen sprengen. Je mehr Rezensionen, desto größer die Erfolgschance meines Machwerks.

Von den 3,50 € landen übrigens 2,45 € auf meinem Konto. Sie tragen also entscheidend zu meinem überbordenden Wohlstand bei. Dieses englische Buch kann man auch als gebundenes Buch für 16,84 € bestellen. Davon bleibt mir eine ähnlich horrende Gewinnspanne von etwa drei €.

Für mich war das spaßhafte Abenteuer bei der Übertragung ins Englische, dass ich mich damit konfrontiert fand, statt unübersetzbarer deutscher Wortspiele ein ähnlich gewitztes und sinnvolles Vergnügen beim Umgang mit einer fremden Sprache zu finden. Der Untertitel: „The History of a Mythunderstanding“ ist dafür ein Beispiel. Insofern handelt es sich nicht nur um eine simple Übersetzung, sondern eine teilweise Neufassung. (Im Anhang befindet sich ein englischer Einführungstext. Falls Sie Freunde oder Bekannte aus der englischsprechenden Zone dieser Welt haben, könnten die ja vielleicht interessiert sein.)

Bitte lassen Sie mich nicht in Stich. Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre kollektive Hilfe und grüße Sie wie immer herzlich und hirnlich,

Ihr Martin Buchholz


These Weird Old Stories
About Woman and Man

The History of a Mythunderstanding

We all know the story of a certain Mr Adam, a world-famous star who was the first leading actor to take the global stage. It wasn't until later that a supporting actress appeared. The human Eve-olution began allegedly with the Eve-acuation of an apparently unnecessary rib, what we would call a spare rib today.

This is one of the countless creation myths that humanity has been telling itself about itself for millennia. And in all these myths, the focus is initially only on the masculine mankind. A womankind doesn’t exist at the beginning.

So the author embarks on an expedition into the doomy and gloomy prehistory of patriarchal man-gnificence and dick-tatorship. With malicious irony and a delight in playing with language, he explores all these great creation stories. As a former science editor for various magazines, he breaks with the tradition of reporting on these weird old stories in nothing but a reverent, hushed tone.

His main research question is: why is the first inhabitant of Earth in all creation myths always male? And why are there always divine fathers who are said to have given birth to this first man? After all, giving birth to human beings is a rather motherly profession.

Thus, the author hears humanity's long-suppressed cry at birth: 'Where's Mummy?'
Therefore: Cherchez la femme!

And his search for the missing female gender in the creation myths is successful thanks to intensive research into the subtext of the mythical narratives.
But read it for yourself!

By the way: the author's own creation story and the difficult process of becoming a human being is also an issue, which he will bring up here and there.